Allerlei Strickerei
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3
Zusatzseiten
    2019
    <<< Mai >>>
    Mo Di Mi Do Fr Sa So
      0102030405
    06070809101112
    13141516171819
    20212223242526
    2728293031  
    kleine Weblog Statistik
    Einträge ges.: 1874
    ø pro Tag: 0,3
    Online seit dem: 29.03.2004
    in Tagen: 5531




    BrigitteR




    Ausgewählter Beitrag

    Karl-Ottos neue Kleider

    Habt ihr sie noch, eure erste Puppe?
    Ich schon.

    Vor 47 oder 48 Jahren hat meine Tante sie mir geschenkt.
    Es ist eine echte Hummel Puppe und sie hat den merkwürdigen Namen Karl-Otto.

    Wie kam die Puppe zu diesem Namen?
    Ich gehöre zu der Generation, die in ihrer Kindheit nur gegen Pocken und Kinderlähmung geimpft wurden und die üblichen Kinderkrankheiten mitgemacht haben.
    Mumps, Masern, Röteln, Keuchhusten, Windpocken ... ich hatte alles.
    Als ich Mumps hatte (und meine Geschister auch, wir hatten immer alles gleichzeitig - meine arme Mutter!) schenkte meine Tante mir und meiner Schwester diese Puppen. Sie lagen in einem Bettchen aus Draht, meines mit hellgelbem, das meiner Schwester mit hellblauem Blümchenstoff bespannt. Das Bettchen gibt es nicht mehr - kaputtgespielt!
    Lange Zeit hatten beide Puppen keine Namen, erst als meine Schwester mit Scharlach ins Krankenhaus musste (Scharlach ist mir erspart geblieben) und sie dort auf der Quarantänestation zwei Jungs kennen lernte, die ebenfalls an Scharlch erkrankt waren, bekamen die Puppen ihre Namen. Sie wurden nach den beiden Jungs benannt, die meine Schwester sehr beeindruckt haben müssen.
    Karl-Otto und Ernst-Albert.
    Als Jüngere habe ich mich wahrscheinlich dem Diktat der älteren Schwester gebeugt.

    Was für Namen!! Aber heutzutage heißen viele Kinder auch ganz komisch und, wer weiß, vielleicht heißen sie schon bald wieder Karl-Otto oder Ernst-Albert?!

    Karl-Ottos erstes Hemdchen war, passend zum Bettchen, aus hellgelbem Stoff und hat dem dauernden An- und Ausziehen nicht lange standgehalten. Deshalb strickte meine Tante ihm und seinem Spielgefährten allerliebste Garnituren aus dünner Wolle.
    Kleine Hosen mit Hosenträgern und kurzärmelige Jäckchen mit Druckknöpfen für den Sommer, Strumpfhosen, Pullis mit langem Arm und Mützen für den Winter. Einzelteile der alten Garnituren habe ich verwahrt.



    Karl-Otto und Ernst-Albert wurden viel bespielt. Sie sind klein und robust, konnten leicht transportiert und gereinigt werden.

    Irgendwann aber kam auch für Karl-Otto die Zeit, in der er wenig beachtet wurde. Ich war schließlich kein Baby mehr, das mit Puppen spielt! Er fristete sein Puppendasein abwechselnd auf Regalbrettern und in Umzugskisten, seine Kleidung war dem Mottenfraß preisgegeben.
    Erst als ich in das Haus einzog, in dem wir immer noch wohnen, befreite ich ihn aus einer Kiste und setzte ihn neben eine seiner Schwestern, die beiden einzigen Puppen, die meine Pubertät überlebt haben ;-)
    Meine Tante bekam den Auftrag, ihn einzukleiden und seitdem saß er da.

    Vor kurzem, beim Staubwischen, musste ich feststellen, dass seine Kleidung mal wieder Löcher hat. Teppichkäfer, diese fiesen, kleinen Gesellen, haben an der Hose genagt.

    Also suchte ich hübsche Sockenwollreste und strickte.
    Da der Herbst vor der Tür steht, fällt die neue Garderobe etwas wetterfester aus ;-)


    Brigitte 12.09.2012, 11.14

    Kommentare hinzufügen

    Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.



    Kommentare zu diesem Beitrag

    5. von Sabine

    Ich hab meine erste Puppe auch noch, man sieht ihr an dass sie viel mitgemacht hat :D Sie hat neue Kleider aus meiner ersten selbst gesponnenen Wolle bekommen.Eine schöne Woche noch
    LG Sabine :stern:

    vom 17.09.2012, 15.07
    4. von Sockentrolli

    Wo andere Mädels mit ihren Puppen unterwegs waren, habe ich lieber mit technischem Kram hantiert. Doch ich finde es gut, dass Dein Karl-Otto mit neuer Ausstaffierung neugierig in die Welt hinaus marschiert.

    Und ich danke Dir für die Aufklärung über die finsteren Machenschaften des Teppichkäfers. Schon Jahre frage ich mich, was das für Viecher sind, die ab und an bei uns an den Wänden herumkrabbeln. Augen auf im Wollbetrieb! Das ist wirklich ein Augenöffner gewesen.

    Danke sagt Dir Antje :schaf:

    vom 12.09.2012, 18.01
    3. von Marina Retz

    ..ich hbe selber keine Puppe mehr,aber es gefällt mir...

    vom 12.09.2012, 16.07
    2. von Dörte

    Danke für diesen schönen Beitrag - Du hast mich für einen morgigen Blogbeitrag inspiriert und Deinem "Karl-Otto" tolle neue Sachen gestrickt!

    LG Dörte

    vom 12.09.2012, 15.57
    1. von Connie

    Ich besitze noch alle meine Puppen (es waren ja "nur" 7) - eine davon hat mein Toechterchen, die anderen sind noch bei meinen Eltern - und eine Puppe von Hummel sitzt auf meinen Nachtisch. Allerdings habe ich sie nicht vor 47 oder 48 Jahren bekommen, sondern wohl eher vor 37, 38 Jahren. Meine Puppe hat braune Augen, die meiner Schwester blaue (unseren Augenfarben entsprechend). Meine hat uebrigens noch ihre Originalkleidung, mit der sie kam, aber ich denke, ich werde sie auch mal neu einstricken.
    Sie hat es verdient.

    LG
    Connie

    vom 12.09.2012, 12.17