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Urlaub - die schönste Zeit des Jahres?
Ich habe Ferien, meine Familie auch, und so planten wir einen gemeinsamen Urlaub. Das ist nicht selbstverständlich, denn meine Nachkommenschaft ist in einem Alter, in dem ich nicht mehr mit meinen Eltern gemeinsam in den Urlaub gefahren bin.
Unser Entschluss, die Sommerferien für einen Urlaub zu nutzen, fiel recht spät und so mussten wir nehmen, was noch zu kriegen war.
Da Flugreisen nicht in Frage kommen, planten wird Urlaub in Deutschland. Das haben wir schon öfter gemacht und es war immer gut. Wir entschieden uns für Norddeutschland und fanden recht schnell eine Unterkunft. Mein Wunschziel war leider nicht mehr verfügbar und wieder mal nehme ich mir vor, im nächsten Jahr früher zu buchen.
Der Ort, in dem wir eine akzeptable Unterkunft fanden, war mir in diversen Urlaubsberichten von Freunden und Bekannten empfohlen worden und so fuhren wir los. Ich rechnete mit viel Tourismus ... nicht mein Fall aber für eine Woche wird es wohl gehen.
Was wir dann allerdings antrafen, übertraf meine schlimmsten Befürchtungen!
Die Unterkunft war zwar komfortabel aber in einer Reihenhaussiedlung mit minimalsten Grundstücken und Abstandsflächen, was mein Mann mit den Worten "Man fühlt sich als Teil einer betriebswirtschaftlichen Kalkulation!" treffend kommentierte. Der erwartete Tourismus wurde um ein Vielfaches übertroffen und wir gerieten mitten in ein Volksfest, was wir sonst meiden, wo es nur geht. Nun wohnten wir mitten in einem!
Mein Gedanke "Ab an den Strand, dort werden wir schon eine Ecke finden!" wurde zunichte gemacht. Der Strand war quasi nicht vorhanden. Es gab eine mit Verbundsteinen gepflasterte Piste hinter dem Deich, vor der ein einige Meter breiter Streifen Sand dicht an dicht mit Starndkörben vollgestellt war. Diesen "Strand" konnte man nur über ein Drehkreuz betreten, an dem man entweder Eintritt bezahlen oder eine Kurkarte vorzeigen musste.
Wir sind keine Strandtouristen, will meinen, wir legen uns nicht in die Sonne und lassen uns dieselbe auf den Pelz brennen aber ein Spaziergang am Strand, barfuß durch die Brandung gehen, den Sand unter den Füßen fühlen und die Weite des Meeres sehen ... das mögen wir. Ok, die Weite konnte ich sehen aber leider keinen Sand und barfuß über Verbundsteine laufen will ich einfach nicht.
Wir waren schnell frustriert und diesen "Strand" haben wir genau ein mal betreten!
Der Ort war dermaßen von Touristen überlaufen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es überhaupt noch Einheimische gibt. Wenn man dazu gezwungen ist, in den Schulferien Urlaub zu machen, ist man selten allein in den Urlaubsgebieten aber so wenig allein war ich wirklich noch nie. Schon nach zwei Tagen hatte der Ort bei mir verspielt.
Das Wetter, dem ich sonst wenig Beachtung schenke, hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Bei Dauerregen bin ich am liebsten zu Hause oder an einem Ort, der mich begeistert. Begeistert hat mich in diesem Ort allerdings nichts!
Wir sind dann dazu übergegangen die Gegend zu erkunden und haben Jever, Emden und Spiekeroog besucht. Wir waren auch in Greetsiel ... um das ich in Zukunft einen großen Bogen machen würde, käme ich je wieder in die Nähe. Das Windmühlenidyll trügt.

Nach Jever wollte ich nicht wegen des Biers sondern wegen der Blaudruckerei. Zwar hat es auch in Jever geregnet, aber das störte mich wenig.
Die Blaudruckerei fand ich sehr interessant. Ich wusste schon einges über das alte Handwerk aber es war interessant, alles einmal live zu sehen. Ich plauderte ein wenig mit dem Blaudrucker, sah ihm bei der Arbeit zu, ließ mir dabei die Arbietsschritte erklären. Er erzählte, wie er dazu kam, das Handwerk wieder zu beleben, über die Beschaffung der notwendigen Werkzeuge und die Zeugnisse des alten Handwerks in unserem Sprachgebrauch. Da kann man schon mal sein blaues Wunder erleben ;-)
... ja, gekauft habe ich auch etwas.

Emden, eine Stadt, der ich gerne mehr Zeit gewidmet hätte, hat nach unserer Stipvisite einen positiven Eindruck hinterlassen. Wir haben auf Wunsch unseres älteren Sohnes das Bunkermuseum besucht, am Emder Delft ein Eis gegessen, im Otto Haus eine Tasse und bei Wolle und Garne zwei Knäuel Wolle gekauft.
Emden würde ich gerne noch einmal besuchen und mehr Zeit dort verbringen.
Der tiefste Punkt Deutschlands, den wir auf dem Weg nach Emden passierten, war erstaunlich wenig touristisch vermarktet. Die Besichtigung war kostenlos und es gab keinen Bus- oder PKW-Parkplatz. Gastronomie oder öffentliche Toilette gab es auch nicht. Möglicherweise liegt das daran, dass inzwischen ein anderer Punkt als der geografisch tieftse landseitige Punkt Deutschlands gilt. Tja ... der Reiseführer sollte an dieser Stelle überarbeitet werden.

Auf Spiekeroog hatte ich dann endlich doch noch Gelegenheit, barfuß durch den Sand und die Brandung zu laufen. Wunderbar!
Natürlich waren wir auch dort nicht allein aber der Strand ist weitläufig ... ein echter Strand, der keinen Eintritt kostet, nicht gepflastert ist und abseits der Starndkörbe Raum für Ruhe und Rückzug bietet.

Fazit: Ostfriesland war mehr eine Erfahrung als ein Urlaub und ganz bestimmt nicht die schönste Zeit des Jahres. Glücklicherweise lernt man aus negativen Erfahrungen und wir wissen nun, dass wir bestenfalls noch die Inseln besuchen und auf dem Weg dorthin in Emden Station machen werden .... doch sicher erst dann, wenn wir nicht mehr in den Schulferien Urlaub machen müssen.
Immerhin hatten wir ein paar harmonische Familientage, was immer seltener wird, je älter die Kinder werden. Zu Hause sind wir zwar auch meistens harmonisch aber es geht doch jeder seiner Wege. Das haben wir alle genossen.


Eindeutig:
Brigitte 14.08.2011, 02.33
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Kommentare zu diesem Beitrag
Ach herrje...wie unschööööön!!!! Fahrt das nächste Mal nach Föhr....und du willst nie mehr auf eine andere Insel!!!!
so genug Sonne für heut, ich will auch noch welche. Liebste Grüße von Frau K aus M
vom 15.08.2011, 18.12
So ist Recht ... ich warte nun auf Urlaubstipps

Liebe Grüße nach MG
Ach Mensch, es ist natürlich schade, wenn der Urlaub nicht nur verregnet, sondern auch sonst eher mau ist. Versuche es das nächste Mal doch in Nordfriesland oder an der Ostsee. Amrum hat einen ganz tollen Strand und ist nicht so überlaufen wie Sylt.
Noch eine kleine Anmerkung zur tiefsten Landstelle: Die wird deshalb nicht so vermarktet, weil sie es nicht mehr ist. Die tiefste Landstelle ist in Neuendorf-Sachsenbande im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. *Klugscheißmodus aus* (Naja, wenn man sowas schon mal in der Nähe hat....)
vom 14.08.2011, 22.09
Ach .. Schleswig-Holstein .. wunderbar. Da habe ich schon einige wunderbare Urlaube verbracht und nur in diesem Jahr, weil wir zu spät waren, leider auf die Schnelle keine Unterkunft mehr gefunden.
Das der tiefste Punkt Deutschlands in Schleswig-Holstein liegt, hatte ich auch nachgelesen, wollte aber nicht so klugscheißern ;-))
Der nächste Urlaub wird besser ... geht ja auch nicht anders :-)
Liebe Grüße in den Norden
Brigitte
Schade, das Ostfriesland so einen schlechten Eindruck bei Dir hinterlassen hat. Sicher war das Wetter ein großer Minuspunkt sowie die Schulferienzeit (Überfüllung). Strandleben findet man allerdings im üblichen Sinne nicht auf dem Festland, nur auf den Inseln. Das liegt an den Gezeiten und am Schlick. Daher sollten Leute, die gerne am Meer liegen und spazieren nicht unbedingt nach Ostfriesland. Trotzdem liebe ich Ostfriesland sehr und kann mich dort wunderbar erholen. Ich war in diesem Jahr auch wieder in Greetsiel - meinem Lieblingsort (allerdings vor der Hauptsaison). Emden widerum gefällt mir gar nicht. So unterschiedlich sind die Meinungen halt und das ist auch gut so, sonst wären bestimmte Orte noch überfüllter. Ich drücke die Daumen, dass es Dir im nächsten Jahr an Deinem Urlaubsort besser gefällt.
Viele Grüße
Elke
vom 14.08.2011, 10.58








Hallo Brigitte,
Ich bin schon dreimal in Carolinensiel gewesen - einmal als Kind mit lÉltern in einer Privatpension und dann mit Kind in zwei wunderschönen freistehenden Ferienhäusern und kann daher nichts Negatives über diesen Ort sagen!
Allerdings hab ich ihn nie besucht, wenn die vermeintlich größeren Bundesländer u.a. auch NRW Ferien hatten und die von Dir beschriebene Feriensiedlung kenne ich und würde sie nicht buchen!!!
Beim nächsten Mal sei einfach früher dran - DU hast doch Internet und kannst Dir auch die Orte direkt ansehen!!! Dann weißt DU auch vorher, wie der Strand letztendlich aussieht
Viele Grüße
Dörte
vom 17.08.2011, 13.38
Hallo Dörte,
ich kann über diesen Ort nur wenig Positives sagen. So ist es nun mal, Internet hin oder her. Der Urlaub, den man dort in der Regel macht, ist nicht die Art Urlaub, die wir gerne machen. Die Vorlieben sind halt unterschiedlich. Ab und zu gibt es Umstände, die eine andere Planung nicht erlauben ... sonst wäre ich dort wahrscheinlich nicht gelandet.
Ich werde jedenfalls nicht mehr in Carolinensiel Urlaub machen, ob früh oder spät gebucht ....
Jeder, wie er mag ... ich mag's nicht.
Liebe Grüße
Brigitte