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    BrigitteR


    Ausgewählter Beitrag

    dicke Wolle, eine politische Jacke und 5 Paar Socken

    Meine Tochter begleitet mich gelegentlich zum Wolle kaufen und meistens findet sie dann irgendwas, was ihre Begehrlichkeit weckt. So fand sie in einer Zeitschrift einen Schal, gestrickt aus richtig dicker Wolle und sofort war sie begeistert.
    Da ich es immer noch nicht geschafft habe, sie zum Handarbeiten zu bewegen, muss ich ran.
    Mit dicker Wolle stricken, Nadelstärke 15, das ist nichts, was ich gerne mache. Die passende Wolle ist meistens sehr teuer und für den Schal war ca. 1 kg gefordert. Also werde ich spinnen, so mein Plan.
    Es gibt diese leichten, dünnen Kammzüge, die man im Grunde auch verstricken kann, ohne sie vorher zu verspinnen, doch das ist mit nicht ganz geheuer. Ich weiß, es ist grade schwer in Mode, Kammzüge zu verstricken aber ich möchte nicht wissen, wie sowas nach mehrmaligem Tragen aussieht. Das pillt und filzt und fusselt sicher ganz schlimm und sieht nur neu schön aus. Da hilft es auch nicht, das in P*rw*ll zu waschen.

    Den dünnen Kammzug habe ich einmal der Länge nach geteilt, die beiden Häften auf dem Country Spinner versponnen und anschließend verzwirnt. So schnell habe ich noch nie ein Kilo Wolle versponnen.


    15 mm Nadeln musste ich kaufen und jetzt wird ein dicker Loop gestrickt. Das geht schnell, ist aber ziemlich anstrengend für die Handgelenke, weshalb ich das nicht einen Abend lang tun kann.
    Aber es gibt noch anderes zu stricken.

    In unserer munteren Strickgruppe wurde ein Knitalong ausgerufen. Unter dem Motto "Egal-was-für-ein-Cardigan KAL" stricken wir uns Jacken.
    Manche stricken auch Pullover, weil es ja sowieso schon egal ist und da kann man beim Cardigan dann auch gleich die Knopfleiste einsparen. Ich habe schon lange kein Kleidungsstück mehr gestrickt und obwohl mein Kleiderschrank voll ist stricke ich mit ... denn mein Wollvorrat ist auch voll, mehr als voll.

    Im Laufe der Zeit hat sich in meinem Vorrat Wolle aus vielen Länder und Regionen angesammelt. Das liegt vor allem daran, dass ich wollige Souvenirs aus dem Urlaub mitbringe, Wolle im Internet kaufe und das kennt fast keine Grenzen, Wolle geschenkt bekomme oder tausche. Hauptsächlich kommt die Wolle aus europäischen Ländern und Regionen, z.B. aus Estland, Irland, Schottland, Österreich, Frankreich und aus Deutschland. Ich habe Wolle einer befreundeten Schafhalterin, Wolle, die ich am Deich vor dem Westervever Leuchtturm und im Wikingerdorf Haitabu gekauft habe, Wolle aus Tirol und Sardinien. Zusammen ist es genug, um sogar zwei Jacken zu stricken, obwohl ich, bis auf wenige Ausnahmen, immer nur einen Strang (100gr) gekauft habe.

    Was liegt also näher, als eine europäische Jacke zu stricken?!
    Die Idee kam mir kurz nach der Brexit Entscheidung der Briten, kurz vor der Wahl in Frankreich und nicht zuletzt durch die Atmosphäre dumpfer Fremden- und Europafeindlichkeit, die immer offener gezeigt wird. Die Ergebnisse der Bundestagswahl haben der Idee noch einmal einen ordentliche Schubs gegeben.
    Mir scheint ein Kleidungsstück, dass Vielfalt in sich vereint, das für offene Grenzen steht und friedlich Wärme spendet, ein angebrachtes Projekt.

    Am Montag habe ich die Jacke angeschlagen. Zwar nutze ich eine Anleitung, doch die ist eher als Richtlinie denn als Gesetz zu verstehen und ich werde Änderungen vornehmen und der Jacke Raum lassen, sich zu entwickeln. Obwohl ich eingentlich nichts Neues mehr beginnen sollte, freue ich mich sehr aufs Stricken.

    In letzter Zeit habe ich wenig gestrickt und kaum konkretisiert sich die Idee der politischen Jacke, fällt allen möglichen Leuten ein, dass sie Socken brauchen.
    Jahrelang will keiner meine Socken haben, meine Vorratskiste ist leer. Und jetzt, da ich Sockenstricken ungefähr so spannend finde wie Fußpilz (... nein, das hab ich nicht gesagt!), jetzt wollen die Menschen Socken, bunte, graue, schöne ... und bis Nikolaus bitte.
    Es freut mich ja aber warum nur fällt den Leuten erst jetzt ein, dass der Winter vor der Tür steht und kalte Füße drohen?
    Die zeitliche Abfolge der Jahreszeiten sollte sich den Menschen inzwischen eingeprägt haben und so kann man auch schon mal im Sommer an die Wahscheinlicht kalter Füße im Winter denken.
    Vorausschauendes Denken und Handeln ... potenziell problematisch!
    Also durchsuche ich meinen Vorrat an Sockenwolle und stricke nebenher Socken.


    Glücklicherweise habe ich nächste Woche eine "Brückenwoche", da sollte wenigstens das aktuell auf meinen Nadeln ruhende Sockenpaar fertig werden.
    Vielleicht schaffe ich auch ein zweites ... ich muss nur in der Lage sein, all die anderen Verlockungen für eine Weile zu ignorieren.

    Brigitte 25.10.2017, 22.15

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    Kommentare zu diesem Beitrag

    1. von Andrea Stock

    Die Idee der europäischen Jacke find ich einfach klasse und drücke die Daumen, dass die derzeit nicht so geliebten Socken schnell fertig sind

    Liebe Grüße

    Andrea :stern:

    vom 26.10.2017, 20.14
    Antwort von Brigitte:

    Ich freue mich auch wirklich sehr aufs Stricken und Socken gehen mir ja doch meist schnell vond der Hand.

    Schönen Sonntag wünsche ich