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BrigitteR


Ausgewählter Beitrag

die verstrickte Dienstagsfrage

Viele von uns (ich auch) leben mit einer Konfektionsgröße jenseits der 42. Die Strick-Anleitungen für Übergewichtige sind nicht gerade üppig.
Meine Frage zielt zwar auf "Menschen mit größerem Format" ab, aber auch die Antworten von Normalgroßen und -gewichtigen sind interessant, man kann die Antworten auch auf Teilbereiche beschränken. Natürlich geht es da auch ins Persönliche, aber ich habe bereits festgestellt, dass es ein großes Interesse gibt, darüber zu sprechen.

Sollen Übergewichtige Strickkleidung tragen oder darauf verzichten?
Als Betroffene ( r ): Strickst du für dich Pullis und Jacken oder lieber nur Tücher, Socken oder Accessoires?
Welche Schnitte sind vorteilhaft? Welche Garne?
Welche sind abzulehnen?
Änderst du herkömmliche Anleitungen auf deine Figur ab oder entwirfst du eigene Designs?
Wo gibt es geeignete Anleitungen oder Stricktipps für die stärkere Figur? (Bücher, Hefte, Websites, welche?)
Bitte auch welche in deutscher Sprache.

Da ich selbst einige Jahre viel überflüssiges Gewicht mit mir herum- und trotzdem selbstgestrickte Kleidung getragen habe, empfehle ich jeder/jedem das zu tragen, worin sie/er sie wohl fühlt.
Dabei bin ich meist dem Grundsatz gefolgt: Never use bulky yarn. Bulky yarn makes bodies bulkier. Oder auf deutsch: Benutze kein dickes Garn. Dickes Garn macht dich dicker.

 Welche Schnitte vorteilhafter oder weniger vorteilhaft sind, hängt sehr von der Statur ab. Dick ist ja nicht gleich dick und jeder hat seine ganz persönliche "Problemzone", die er gerne verhüllen möchte - wobei ich mal irgendwann die Aussage "Ich habe keine Problemzone, ich bin eine!" gehört habe und sie für mich recht zutreffend fand ;-)
Da muss man kreativ sein und herausfinden, was zum eigenen Stil passt und vorteilhaft aussieht.

Anleitungen musste ich immer umrechnen, habe auf Taillierung ganz verzichtet und das Modell "langer, hängender Sack" war mein bevorzugter Schnitt. Üppige Zopfmuster, breite Rippenmuster und große, bunte Muster habe ich umgangen.
Ob nun jemand trotz des größeren Umfangs solche Muster tragen möchte muss man schon selbst herausfinden. Dabei ist das Wohlfühl-Argument wieder ausschlaggebend. Bei dem einen wirkt die Taillierung vorteilhaft, der andere mag den Pulli lieber kürzer, großer Kragen, tiefer Ausschnitt ... einfach ausprobieren. Betone, was du an dir magst, kaschiere das, was du nicht so magst.
Bewährt hat sich für mich auch das Stricken nach der Vorlage eines Lieblingspullis. So einen Schnitt kann man leicht kopieren und nach gestrickter Maschenprobe ist das Rechnen dann nicht viel Aufwand.

Die Bücher "Big Girls Knit" und "More Big Girls Knit" von Jilian Moreno und Amy Singer haben mir sehr gut gefallen und sie gefallen mir immer noch. Nicht nur die Tatsache, das die Models in den Büchern tatsächlich mindestens XXL-Format haben fand ich ehrlich, sondern auch die Herangehensweise an das Thema, die deutliche Benennung der Tatsachen und Problemzonen machte mir die Bücher sympathisch. Aus einem der Bücher stammt auch der Satz, den ich weiter oben schon erwähnte "Never use bulky yarn .... ".
Auch das Buch "Stricken für starke Frauen" fand ich ganz gut. Leider ist es vergriffen.

Deutsche Anleitungen, die meinen Geschmack treffen gibt es wenige. Zwar stehen in den Regalen der Zeitschriftenhändler immer mal wieder Hefte für große Größen, doch die Modelle sind für meinen Geschmack viel zu altbacken - ein Problem, das bei deutschen Anleitungen jedoch leider größenunabhängig ist.

Mein Fazit zu diesem Thema: Stricke was dir gefällt, was zu dir passt, worin du dich wohlfühlst.

es fragte das Wollschaf

Brigitte 09.03.2010, 08.15 TB | PL | einsortiert in: Frage - Antwort | Tags: Dienstagsfrage

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